Klimastempel Aachen packt die Zukunft an
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Ferberpark Aachen | © Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Kühler Grund, kühle Stadt

Aachens Böden arbeiten wie Klimaanlagen

2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Böden können da Abhilfe schaffen. Denn sie verfügen über eine natürliche Kühlleistung. Immer dann, wenn aus dem Boden Wasser verdunstet, wirkt das wie eine natürliche Klimaanlage und kühlt die umgebende Luft. Urbanes Grün und urbane Böden haben also für die Verdunstung und die Kühlung der Städte eine hohe Bedeutung.

Deswegen wird nun für das gesamte Stadtgebiet eine Karte erstellt, auf der die potenzielle Bodenkühlleistung und Verdunstung ersichtlich ist. Mit dieser Karte sollen Informationen zu Böden mit hoher Kühlleistung und damit besonders schutzwürdige Bereiche identifiziert und dargestellt werden.

Heiko Thomas, Umweltdezernent der Stadt Aachen
Heiko Thomas, Umweltdezernent der Stadt Aachen

Die Bodenkartierung dient der Validierung der Bodenverhältnisse auf ausgewählten Flächen. Im Fokus der Verantwortlichen in Aachen liegen zum Beispiel der Elisengarten, der Ferberpark, die Kurgärten in Burtscheid und am Eurogress, der Westpark, die Parks an der Burg Frankenberg und am Moltkebahnhof, der Von-Halfern-Park, der Park am Hangeweiher, der Kennedypark und viele mehr.

Für Aachen im Einsatz sind die Untere Bodenschutzbehörde im Fachbereich Klima und Umwelt der Stadt Aachen, das Büro Bönsch und Schomers sowie die ahu GmbH. Dr. Michael Kastler, Agraringenieur bei der ahu GmbH, ist sicher, „dass sich die Erkenntnis, wie wichtig die Kühlleistung von Böden für ein gutes Stadtklima ist, langsam durchsetzt. Aachen ist mit der Erarbeitung dieses modernen Planungsinstruments für die Stadtentwicklung ganz vorne mit dabei.“

Die Kühlleistung eines Bodens ist enorm, sie lässt sich exakt berechnen: Was eine ein Hektar große bewachsene Parkfläche kann, dafür müsste man – setzt man einen Strompreis von 0,43 Euro pro Kilowattstunde an – ca. 1,6 Millionen Euro pro Hektar und Jahr bezahlen, würde man per Klimaanlage kühlen. Böden sind also auch ökonomisch betrachtet eine wertvolle Ressource. Nur über einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit den Böden kann es gelingen, sie für künftige Generationen zu erhalten und zu sichern. Eine nachhaltige Flächenentwicklung lebt davon, dass industrielle Brachen wieder begrünt und besonders wertvolle und schutzwürdige Böden besser geschützt werden.

Die Natur liefert der Bürgerschaft Aachens eine Reihe wertvoller Geschenke, wir müssen sie nur nutzbar machen. Die Karte der potenziellen Kühlleistung von Böden im Aachener Stadtgebiet ist voraussichtlich im Frühjahr 2024 für alle einsehbar. „Eine nachhaltige Stadt- und Siedlungsentwicklung muss sich auch mit den absehbaren Auswirkungen des Klimawandels auf den Siedlungsraum auseinandersetzen. Böden spielen dabei eine zentrale Rolle im Klimageschehen“, so Heiko Thomas, Umweltdezernent der Stadt Aachen.