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Klimaschutz. Wir. Jetzt.
Bastian Peukert steuert bei der Stadt Aachen die kommunale Wärmeplanung. | © Stadt Aachen
Bastian Peukert steuert bei der Stadt Aachen die kommunale Wärmeplanung. | © Stadt Aachen

Nachgefragt

Der Rat hat den Aachener Wärmeplan verabschiedet. Wo stehen wir jetzt, Herr Peukert?

18.07.2025 Auf diesen Tag haben alle Projektverantwortlichen hingearbeitet: Der Rat der Stadt hat am Abend des 9. Juli der kommunalen Wärmeplanung (KWP) für Aachen zugestimmt. Bastian Peukert, Koordinator der KWP bei der Stadt, zieht Bilanz.

Ende letzten Jahres haben Sie einen Entwurf für eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Seither wurde dieser Entwurf in politischen Gremien und von Bürger*innen diskutiert und schließlich dem Rat vorgelegt. Was hat der Rat am Ende auf den Weg gebracht?
Peukert: Die kommunale Wärmeplanung zeigt auf, wie die Wärmeversorgung in Aachen bis 2045 klimaneutral, sicher und bezahlbar umgestaltet werden kann. Dafür haben wir zentrale Versorgungsmöglichkeiten wie Fernwärme oder die Nutzung von Abwärme und Geothermie betrachtet. Aber auch dezentrale Versorgungslösungen wurden genauer untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung hat der Rat nun beschlossen.

Ist der Entwurf glatt durchgegangen oder gab es Kritik? Immerhin befinden wir uns im Wahlkampf…
Peukert: Wir waren mit der politischen Vorlage in vielen Fachausschüssen und zweimal in allen Bezirken. Und wir haben die Meinung der Bürger*innen abgeholt. Da gab es durchaus auch mal kritische Nachfragen zu den vorgelegten Ergebnissen. Alle Eingaben sowohl von der Politik als auch aus der öffentlichen Beteiligung haben wir geprüft und entsprechend berücksichtigt. Die finale Version des Wärmeplans wurde dann von der Politik mehrheitlich positiv aufgenommen. Und der Rat hat den Plan einstimmig beschlossen.

Wie geht es jetzt weiter?
Peukert: Mit der nun beschlossenen Strategie im Rücken können wir uns auf die Umsetzung des Wärmeplans konzentrieren. Hier bedarf es weiterer Untersuchungen für angepasste Lösungen in den Quartieren oder einer genaueren Betrachtung von Wärmequellen, die in der kommunalen Wärmeplanung nicht detailliert behandelt werden konnten. Zurzeit beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten der Umsetzung von Inselnetzen in Wohn- und Gewerbegebieten und prüfen mit den Anwohner*innen und ansässigen Unternehmen, ob dort Wärmenetze realisierbar sind. Der Wärmeplan für Aachen muss spätestens in fünf Jahren geprüft und überarbeitet werden. Die Ergebnisse, die wir bis dahin sammeln, werden dann entsprechend in den neuen Plan einfließen.

Und was bedeutet das für die Bürger*innen?
Peukert: Erst mal: Der Beschluss des Wärmeplans bedeutet nicht, dass noch funktionstüchtige Heizungen sofort ersetzt werden müssen, diese können weiterbetrieben werden. Aber: Wenn Bürger*innen vor der Entscheidung stehen, welche Heizung zukünftig im Gebäude installiert werden soll, kann der Wärmeplan eine erste Orientierung geben und aufzeigen, welche Optionen grundsätzlich vorhanden sind. Wir empfehlen, sich bei Bedarf unabhängig beraten zu lassen, etwa durch die Fachleute bei altbau plus e.V. Denn es ist wichtig zu wissen, ob die angedachte neue Heizung überhaupt zum Gebäude passt oder ob zusätzliche Maßnahmen mitgeplant werden müssen. Außerdem dürfte es interessant sein zu erfahren, welche Förderung aktuell zu bekommen ist.

Der vom Stadtrat beschlossene Aachener Wärmeplan steht hier zum Download bereit: https://www.aachen.de/in-aachen-leben/klima-umwelt/klimaschutz/waermewende/waermeplanung/kommunaler-waermeplan-stadt-aachen-042025.pdf

Informationen zu den Öffnungszeiten von altbau plus und Infoveranstaltungen zu den Themen sind zu finden unter www.altbauplus.info.
Thema Nahwärmenetze: Interessierte können sich unter https://heatbeat.de/de/aachen-pilotgebiete informieren oder bei waermeplanung@mail.aachen.de melden.